Erschütterung

Gerade habe ich mir mal wieder die Borsten aus dem Antlitz geschabt.

Anschließend habe ich mir ein paar Tropfen Aftershave auf die Haut geschmiert und musste dabei feststellen, dass mein Rasierwasservorrat zur Neige geht. Vor Jahrzehnten hatte ich mir mal ein entsprechendes Elixier in einem kleinen Flakon gekauft und es schien mir, als wäre der Vorrat unerschöpflich. Doch offenbar ist dem leider nicht so.

Voller Grauen blicke ich nun  in eine  Zukunft, in welcher sich ein erneuter Besuch in einem infernalisch stinkenden Duftwasserkaufhaus anzubahnen scheint….

Ich habe fürchterliche Angst.

 

Blutdurst

Diesen Holzpflockstapel habe ich gefunden.

An der Nordsee.

Und noch weitere.

Und bekam  Angst.

Offenkundig geht man an der deutschen Nordseeküste nahe dem Eidersperrwerk von einer bevorstehenden Vampirinvasion aus. Anders ist das massenhafte Horten von angespitzten Holzpflöcken wohl nicht zu erklären.

Kritiker mit Bücherwissen über Vampire und die Möglichkeiten der Vernichtung derselben mögen nun einwenden, dass es sich doch bei den gefundenen Pflöcken keineswegs um Eichen- sondern vielmehr um Nadelholzpflöcke handelt. Nun, da haben sie sicherlich recht, auch ich habe da kurz dran gedacht, anschließend jedoch ein paar logische Schlussfolgerungen angestellt, welche eindeutig belegen, dass man nicht davon ausgehen darf, dass Vampire ausschließlich mit Eichenholzpflöcken erlegt werden können. Welcher Art diese Schlussfolgerungen sind? Merket auf:

Der Vampir wird allgemein als eloquent, elegant, kultiviert und anpassungsfähig beschrieben. Neben seinen bösartigen und blutrünstigen Eigenschaften, versteht sich. Dennoch kann man ihm, anders als beispielsweise einem Zombie, durchaus ein gewisses Maß an Intelligenz nicht absprechen. Wenn nun also der Vampir gewissermaßen nur durch Eichenholzpflöcke und Weihwasser aus katholischen Taufbecken vernichtet werden kann, dann stellt sich doch sofort die Frage, warum er dann so gern in Mittel- und Osteuropa heimisch sein soll, wo doch hier überall große Eichenwälder um Unmengen von katholischen Gotteshäusern herumstehen?

Normalerweise hätte schon vor langer, langer Zeit ein großer Vampirexodus stattfinden müssen in Gebiete mit weniger Katholizismus und ohne Eichen. Der Orient stellt hier ein ganz gutes Zielgebiet dar. Aber ach, da scheint die Sonne immer so viel, und auch die ist doch für den Ottonormalvampir ungünstig. Aber auch Nordskandinavien wäre vorstellbar, mit seinen  ausgedehnten Nadelwäldern, oder die Tundra oder die Mongolei mit ihren Wiesen. Oder Nepal. Oder Grönland oder Feuerland oder das peruanische Hochland oder oder oder.

Doch Leben Vampire dieser bestechenden Logik folgend dort? Mitnichten! Irgendwie gibt es immer nur Geschichten von Blutsaugern im Eichenwald.

Entsprechend gehe ich davon aus, dass die Bücher nicht die ganze Wahrheit über den Vampirismus sagen. Eine gezielte Fehlinformation? Vielleicht.

Der Argumentation folgend könnte man auch die Frage nach der Gefährlichkeit von Kruzifixen und Weihwasser stellen.

Vielleicht sind Eichenpflöcke, Knoblauch und Weihwasser ja auch überhaupt gar nicht gefährlich für Vampire? Vielleicht haben ja die, wie eingangs schon erwähnt, intelligenten Vampire diese Märchen nur gestreut, um bedrohungsfrei ihrem finsteren Treiben nachgehen zu können? Möglicherweise gar sind all die beschriebenen Dinge sogar dazu geeignet, Vampiren zu mehr Macht zu verhelfen?

Denket einmal darüber nach.

Wenn ich recht habe, wem würden denn die falschen Informationen helfen? Doch eigentlich nur dem Papst und Händlern von Jungeichen.

Schauder….

Ich werde mich jedenfalls in Zukunft gerne in der Nähe eines Stapels angespitzter Fichten aufhalten.

Nur so zur Sicherheit.

Rente vs. Weihnachtsmann

Dass die Rentenversicherungen, Finanzdienstleister und Bankenknülche insgesamt sich nicht durch übertriebene Freundlichkeit für ihren Beruf qualifizieren war mir eigentlich schon immer klar.
Dass sich mein privater Rentenversicherer, welcher monatlich mein sauer verdientes Geld einheimst, nur um mich im Alter mit viel zu geringen Zahlungen zu verspotten, sich jedoch offen gegen das Gutmenschentum in der Vorweihnachtszeit stellt hätte ich nicht vermutet. Heute öffnete ich einen Brief, bei dem im Betreff bereits in Befehlsform ein Verhalten gefordert wird, welches ich nicht an den Tag zu legen gedenke, insbesondere zum Jahresende hin tendierend:

„Verschenken Sie nichts!“

Ich bin erschüttert und ziehe eine Kündigung der unterzeichneten Verträge ernsthaft in Betracht. Wahrscheinlich sollte ich einfach eine schöne alte Socke unter meiner Matratze an den Bettpfosten nageln und mein Geld darin ansparen. Wenn es dann irgendwann nichts mehr wert ist, dann kann ich mir damit wenigstens noch ein wärmendes Feuerchen entfachen.

Der böse Blick

Wer den Jugend-Wald-Horror-Slasher-Film der 70er und 80er kennt und schätzt, der kennt und schätzt auch den damaligen Spannungsgruselaufbau, welcher oftmals einherging mit Lagerfeuer und Dunkelheit. Wenn dann die Jugend ums Feuer herumsaß, dann wurden gruselige Geschichten erzählt. Der jeweilige Gruselgeschichtenerzähler unterstrich die Gruseligkeit der Geschichte durch einen simplen Trick, er verfremdete sein Gesicht zu einer unheimlichen Maske, indem er sich eine Kerze oder Taschenlampe unter das Gesicht hielt und so eine eher unübliche Fratze hervorrief. Das war dann unheimlich. Doch das war früher.
Heute ist das anders. In den nächsten Wochen und Monaten wird das wieder zu beobachten sein, denn die dunkle Jahreszeit beginnt. Schon nachmittags wird es diffus düster, das Licht der Sonne bescheint unser aller Antlitze nur während der Arbeit, und das auch nur, wenn wir so schlau waren, einen Beruf zu ergreifen, welcher uns den Aufenthalt im Freien erlaubt oder vorschreibt. Zu den Wegezeiten werden wir uns wieder verstärkt durch die Finsternis bewegen, und dies inmitten der sich zeitgleich zum gleichen Zwecke bewegenden Menschenmassen. Und etliche dieser Mitmenschen beleuchten sich hierbei ununterbrochen die Gesichter von unten, ohne jedoch dabei eine Gruselgeschichte zu erzählen, ja, sie wirken auch gar nicht gruselig, vielmehr schon vollkommen normal. Absurd und unheimlich sind beinahe schon unbeleuchtete Gesichter ohne Handydisplaygeleuchte von unten.
Ich frage mich, ob es am Lagerfeuer noch irgendwo auf dem Planeten Menschen gibt, die sich die Gesichter von unten beleuchten um gruseliger zu wirken. Höchstens aus traditionellen Gründen, nehme ich an. Um einen Gruseleffekt durch Gesichtsbeleuchtung zu erzielen werden die Menschen künftig wohl auf den abenteuerlichen Effekt des von oben beleuchteten Gesichtes zurückgreifen müssen. Denn wo gibt es den denn noch? Durch die permanent über Handy, Tablet und Laptop gebeugten Gesichter trifft doch bei den meisten Menschen nicht mal mehr im Sommer ein natürlicher Lichtstrahl die Stirn. Auch in Räumlichkeiten wird die an der Decke angebrachte Lampe vermutlich nur noch das Hinterhaupt bestrahlen.
Bald ist wieder Helloween. Meine neueste Geschäftsidee sieht vor, mir einen Haufen Mützen zu kaufen und an diesen LED-Leuchten anzubringen, welche die Gesichter von oben beleuchten. Damit werde ich unermesslich reich werden, jedoch muss ich mich noch rechtlich beraten lassen, ob die zu erwartenden tödlichen Herzattacken derer, welche mit dem unerträglichen „Süßes oder Saures“-Ruf aus den grässlich abnorm erleuchteten Fratzen konfrontiert werden, mir zur Last gelegt werden können. Aber die Zeit rennt. Kennt jemand einen Expressanwalt, der dies Frage binnen einer Woche zu beantworten imstande ist?
Bitte?

Moloch

Kleine Häuseransammlungen. Das sind Orte. Mit einem Anfang und einem Ende. Überschaubar. Im Nirgendwo gibt es die auch noch. Manchmal. Vereinzelt.
Doch ist das Nirgendwo meist geprägt von mangelhafter Zukunftsperspektive. Daher sammelt sich alles Volk im Ballungsraum, welcher entsprechend wächst und wuchert und das Nirgendwo verschlingt. Endlose Orte sind die Folge, das Ende des einen Ortes ist nur noch durch mitten im Siedlungsgebiet aufgestellte Ortsschilder erkennbar. Ewig gleiche Wohnparkmetastasen fressen sich wie Geschwülste in das Land und suchen sich zu verbinden.
Später wird ein erbitterter Kampf über die Namensgebung die Welt erzittern lassen, welcher als Ursprung die Frage hatte, ob der entstandene Monstermoloch nun aus Peking, Paris oder Pirmasens hervorgegangen ist.
Schlimm.

Idioten

Die Dummen rennen wieder johlend durch die Straßen und zündeln. Ich habe Angst, dass sie dabei auch noch glauben, das Richtige zu tun.
Wissen Nazis eigentlich, dass sie böse sind? Oder reicht der armselige Verstand noch nicht einmal mehr dafür?

Was Sie schon immer über Homeland wissen wollten…

Habe gerade gelernt, dass man als Statist bei Film und Fernsehen keinen Mindestlohn bezahlt bekommt. Da wird irgendwie getrickst mit Honorar und solchen Sachen, und deswegen geht das irgendwie. Wie man aus meinem Text deutlich herauslesen kann, handelt es sich beim von mir frisch erworbenen Wissen lediglich um Halbwissen aus dritter Hand, will sagen ich hörte davon von der Partnerin eines „Homeland“-Statisten. Auch in deutscher Fernsehproduktion im öffentlich-rechtlichen wird dieser Statist (Name der Redaktion bekannt) zu sehen sein, ebenfalls unterbezahlt.
Lustig dabei ist, dass mittels Trickserei offenbar (Vorsicht: Halbwissen!) gerade so erwirkt wird, dass der Mindestlohn knapp unterboten wird (Obacht: Hörensagen). Der rechtlich bewanderte Trickser hingegen wird sicherlich eine Stundensatz deutlich über dem Mindestlohn beziehen und sicherlich einen Haufen Stunden abgerechnet haben für die Trickserei. Sollte er nun auch noch irgendwie geschludert haben, dann Gute Nacht, Marie! Dann hat man dem Trickser nämlich zuviel Geld für Nüscht bezahlt, muss zudem auch noch die Statisten nachträglich fertig bezahlen und obendrauf auch noch Gerichtskosten und Strafgelder abdrücken wegen illegalen Unterschreitens des Mindestlohnes, und dann heben die wieder die GEZ-Gebühren an und stellen neue GEZ-Geldeintreiber-Verbrecher ein, welche auch wieder kosten und die Syndikate hinter den Verbrechern treiben die Preise nach oben und sio weiter und so fort und dann aber hallo Überwachungsstaat und Todesschwadronen und AAAARGGHH!!—Hilfe!!!—Herzkasper! (Achtung: Übertreibung!)

True blöd

Als mäßig sinnvoll erachte ich es, seinen Garten mithilfe einer Zimmertür nach außen gegen Einbruch zu sichern, ohne dass rechts und links davon irgendeine Barriere vorhanden ist. Und das ist nicht nur deswegen nicht ratsam, weil die Tür im Zweifelsfalle den Witterungsbedingungen nicht zu trotzen vermag.
Wenn man allerdings wegen der Tatsache, dass dennoch nicht geladene Menschen den Garten betreten, die Tür anschließend mit einem Brett vernagelt, und das ohne die Barrieren rechts und links nachzubessern, dann ist das schon ganz deutliche Idiotie.
Wahrhaft und endgültig doof ist es, wenn die Tür dann noch nach innen aufgeht.

Verbrannte Erde

In aller Regelmäßigkeit ärgere ich mich über mich selbst, wie auch über einen Haufen weiterer Leute, welche unsere Kultur mit Füßen treten. Obwohl, eigentlich tun wir ja genau dies nicht, mit Füßen treten, denn weil wir die Benutzung unserer Füße auf ein Minimum beschränken wollen, nehmen wir das Sterben einer großen kulturellen Errungenschaft unseres Landes in Kauf: Das Bäckerhandwerk.
Ich habe heute, weil ich da sowieso gerade war, im Supermarkt ein paar vermeintlich frisch gebackene Brötchen gekauft. So musste ich nicht mehr den Umweg zu meiner Lieblingsbäckerei machen, die die mir verschiedene Brote hätte verkaufen können, Brote, die auch morgen oder sogar übermorgen noch nicht versteinert wären, sondern noch schmeckten. So habe ich lieber blödes aufgewärmtes Industriebackwerk erstanden.
Weil ich das gerade gemacht habe treibe ich meiner zuverlässigen, fleißigen und vor allem fähigen Bäckerin Sorgenfalten in ihr Gesicht, denn es fehlt ihr mein Umsatz. Blöd. Edeka braucht die paar Kröten nicht zum Überleben, die kleine Bäckerei aber vielleicht schon.
Wir haben das schon an anderer Stelle beobachten können: Wo sind beispielsweise die Fischläden hin? Kennt irgendwer noch einen Fischladen? Fisch gibt es nur noch direkt am Meer, manchmal noch an Orten mit hohem Touristenaufkommen mit direktem Wasserbezug, aber in Berlin gibt es kaum noch welche. Genau wie Käseläden. Kommt alles aus dem Supermarkt heutzutage. Auch Eisenwarenläden gibt es nicht mehr, möchte man Eisenwaren haben, so muss der ätzende Baumarkt her. Da sind auch die Zoohandlungen drin.
Derzeit sterben die Fachfleischer aus, Fleisch und Wurst kommt in Plastikmassen abgepackt aus dem Supermarkt. Und die Bäckereien sterben auch gerade. Klar, man kann Backwaren an jeder Ecke in den sogenannten Bäckereien kaufen, die ohne Backstube täglich fünfhundertmal frisch backen. Aber auch das ist doch nichts anderes mehr als das, was im Frischbackautomaten beim Aldi Süd passiert und was derzeit mit viel zu wenig Aufsehen gerichtlich verhandelt wird: Da werden uralte, haltbar gemachte Brot- und Brötchenrohlinge aus der Fabrik mal flink warmgemacht. Das ist wie Tütensuppenaufwärmen als Kochen zu bezeichnen. Komm, wir kochen uns mal was schönes, ein frischgekochtes Heiße-Hexe-Menu. Lecker und romantisch. Hilfe!
Dabei ist unsere Brotkultur eine ganz fantastische! Es gibt eine immense Brotvielfalt, jede Menge Brotformen, -farben und -zutaten, verschiedene Teigarten und weiß der Teufel was sonst noch! Aber nein, billig muss es sein und vor allen Dingen muss es ganz schnell gehen, ich gehe mal zum Kaufland, da kriege ich auch mein Brot und die Weihnachtsgeschenke kaufe ich da auch und einen neuen Fernseher nebst Draufstellmöbel gleich noch mit!
Alle schwärmen immer von Frankreich, der dortigen Küche und dem Baguette. Schmeckt ja auch ganz gut, aber nach einer Woche Baguette hat man einen wunden Gaumen und keinen Bock mehr auf das Weißbrotgelumpe, man wünscht sich ein Grau- bis Schwarzbrot, ein Vollkornbrot, ein Sauerteigbrot oder irgendetwas solches. Und wenn man dann aus dem Frankreichurlaub nach Hause kommt, dann hat gerade der letzte echte Bäcker seine Pforten für immer verrammelt und man kann nur noch einen vor einem Dreivierteljahr in Ostchina industriell hergestelltes und hier aufgewärmtes sogenanntes Brot erstehen, welches schon im Bäckereiregal vollkommen vertrocknet ist und dem jeglicher Charakter fehlt. Dann ist es passiert, dann ist das Bäckereihandwerk gestorben und etwas, um das die Welt uns beneidete ohne es jemals laut gesagt zu haben ist verschwunden, weil wir alle zu faul waren einmal kurz noch um die Ecke zum Bäcker zu gehen.
Stumpfen Blickes werden wir uns später manchmal noch dabei ertappen, wie wir mit dem Wunsch nach Brotgeschmack um die Ecke schlurfen, und mit laufendem Speichel erblicken wir dort, wo einst eine Traditionsbäckerei stand nur noch einen seelenlosen Handyladen erblicken. Durch unser kurzsichtiges Konsumverhalten hinterlassen wir nur verbrannte Erde!
Traurige Welt, die uns erwartet.

Schauder….

Irre Wesen

Eine philosophische Frage kam heute in einem kurzen Disput zum Thema medizinischer Fortschritt auf.
Vor einiger Zeit blitzte irgendwo die Nachricht auf, dass man es für denkbar halten könnte, einen Kopf zu transplantieren. Diesbezüglich stellte sich nun die Frage, was man denn dann nun wem transplantieren würde. Bekäme nun mein Körper einen neuen Kopf transplantiert, so würde ja die in diesem Kopf befindliche Person künftig meinen Körper haben, ich aber würde mitsamt meinem Kopf weggeschmissen. Entsprechend bekäme ja ich nicht einen Kopf, sondern vielmehr der Kopf meinen Körper transplantiert. Deshalb dürfte man dann ja weniger von einer Kopf- sondern vielmehr von einer Körpertransplantation sprechen.
Bei einer solchen Operation stellt sich aber dennoch die Frage, wer denn nun eigentlich Spender und wer Empfänger ist? Von der Masse Mensch her ist eher der Körper der Empfänger. Schließlich bekommt der ja nur ein relativ kleines Stück ersetzt. Verortet man aber den Menschen als Person im Gehirn, so ist dieser Mensch ja im relativ gesehen kleinen Kopf drin und ihm wird mithilfe des angenähten Körpers sein Motor ersetzt, ist aber dennoch noch der selbe Mensch, also müsste er der Empfänger sein.
Nimmt man diesen Argumenten entsprechend nun an, dass beide Teile gleichermaßen Empfänger sind, dann dürften nach der Operation eigentlich zwei neu zusammengebastelte Menschen zu erwarten sein. Es gibt ja keine Spender, also auch keinen Abfall.
In diesem Falle sollte die Operation jedoch überflüssig sein, weil man ja keinen Menschen rettet, sondern nur zwei umbaut. Man dürfte die Operation dann nur in dem extrem unwahrscheinlichen Fall durchführen, dass zwei Menschen, die miteinander kompatibel sind, zeitgleich im selben Operationssaal sterben, und zwar so, dass bei dem einen der Kopf kaputt geht und bei dem anderen der Körper, aber in jedem Falle müssten sie ja beide eigentlich tot sein, weil sie ja sonst nicht als Spender zur Verfügung stünden.
Dieser Fall erscheint mir aber so dermaßen absurd und unwahrscheinlich, dass ich vermute, ohne finstere Machenschaften käme dieser Fall niemals zustande. Demzufolge wird eine solche Operation in jedem Fall mit einem Mord einhergehen, was sie de facto weltweit zu einem Verbrechen macht. Sie ist also überall verboten.
Warum also macht man sich überhaupt Gedanken darüber, ob das möglich ist? Und verpulvert dabei Unmengen an Forschungsgeldern?
Ach so, um einen publikumswirksamen irren Wissenschaftler groß rauszubringen?
Aber dafür hatten wir doch bislang Hollywood, oder?
Ist doch auch ganz nett so.
Man lasse die Spinnerei also schnellstens bleiben.
Außer im Film.
Da isses lustig.

Noch mehr Huf

Gerade ist mir noch einmal aufgefallen, was mir schon in den letzten Sommern auffiel:
Hierzulande stehen kaum noch Nutztiere auf der Weide herum. Ich glaube mich erinnern zu können, dass in meiner Kindheit stets und ständig Weiden von Kühen beweidet worden sind. Das ist nicht mehr in diesem Maße der Fall. Weiden werden heute irgendwie eher maschinell beweidet und das Nutzvieh steht unter Dach herum.
Sicher, es gibt noch ein paar Bereiche, wo man Kühen begegnen kann, so beispielsweise auf der Alm, Schafe findet man auf dem Deich und so weiter. Aber dazwischen? Nüschte.
Schweine waren ja schon immer eher im Stall. Das war schon früher was Besonderes, wenn man eines Schweines Antlitz im Tageslicht erspähen durfte. Die Optik eines Schweines kannte man vielfach als Kind nur von Marzipanglücksschweinen, Sparschweinen und aus dem Kinderbuch über den Bauernhof. Etliche Kinder konnten echte Schweine gar nicht als solche erkennen, weil sie gar nicht die Farbe einer Barbie-Prinzessin haben, welche man ihnen fälschlicherweise zuschreibt.
Schweine haben aber immerhin ein Problem mit ihren pelzlosen Haut. Die verbrennt, wenn sie zu lange in der Sonne rumliegen. Und der Aufwand, den man betreiben müsste, wenn man jeden Morgen alle Schweine mit Sonnenmilch…nicht auszudenken. Aber verbrennen jetzt auch Kühe? Wohl kaum.
Der einzige Grund ist der, dass es irgendwie kostengünstiger ist, Kühe festgebunden im Stall zu halten und mit Soja aus Regenwaldanbau zu füttern anstatt sie auf die Wiese neben dem Hof zu stellen, wo sie sich alleine füttern und gleichzeitig ihre eigene Weide düngen. Hängt vermutlich damit zusammen, dass man die Melkmaschine so viel schneller an die Zitzen pfropfen kann.
Die Franzosen haben da irgendwie eine ganz andere Sichtweise auf ihre Milch und ihren Käse. Da soll nur was Gutes rein und deshalb muss die Milch auch wegen der Aromen von bestimmten Wiesen gespeist ins Euter kommen. Entsprechend leben auf Frankreichs Weiden jede Menge Kühe unter freiem Himmel. Sollten wir vielleicht auch mal wieder hin.
Futtersojaanbau ist nämlich etwas abgrundtief Böses.
Herrscher der Hölle, dein Name ist Futtersoja!