Auf den Punkt

Und exakt hier hat damals Wilhelm Hauff von einem von rechts (Aus Sicht des Betrachters) kommenden Rüpel derbe aufs Maul bekommen. Und das nur, weil er eine Notiz in sein mitgebrachtes Notizbüchlein kritzelte.

Aus purem Trotz gab Wilhelm nach dem Verheilen der davongetragenen Blessuren sein Leben zur Gänze dem Wirken als Schreiberling hin, schon allein, um es dem Bösewicht zu zeigen.

Bedauerlicherweise verfügte Willi über keinerlei Ideenreichtum, daher schrieb er lediglich die Geschichten anderer nieder, welche er fleißig sammelte. Diese Märchen waren dann auch gut genug, dass man sich seiner bis heute erinnert.

Schlimm ist hingegen, dass derjenige, welcher damals überhaupt den Impuls gab, dass der Herr Hauff das gewerbsmäßige Schreiben begann, bis heute namentlich nirgendwo erwähnt wurde und dass seine Identität vermutlich niemals gelüftet werden kann.

Richtig und wichtig finde ich daher, dass der Unbekannte bei der Namensgebung dieser die Hauffstraße kreuzende Straße berücksichtigt wurde  durch die Erwähnung seiner größten Tat: Dem Schreiberhauen.

Lieber Herr Schreiberhauer, habe Dank für die einst begangene Missetat, ohne Dich wäre das Werk des von Dir Verprügelten nie entstanden.

Die hier niedergeschriebene Geschichte ist wahr und genau so passiert.

Ganz sicher.

Bestimmt.

Vielleicht.

Nehme ich zumindest an.

 

Nagerwohlstand

Heute habe ich, nach langer Zeit einmal wieder, den Spruch „Arm wie eine Kirchenmaus“ vernommen. Sogleich manifestierte sich in meinem Kopf die Frage, warum eigentlich Kirchenmäuse ärmer sein sollten als beispielsweise Bauernmäuse? Wäre nicht eher umgekehrt ein Schuh draus zu machen? Wo doch der Klerus stets reich war und das Bauernvolk zugunsten der Kirche und des Adels  meistens Armut litt?

Haben die Kirchenmäuse vom Kirchenzehnt nüscht abbekommen? Das halte ich für unwahrscheinlich.

Oder bedeutet „Ich bin arm wie eine Kirchenmaus.“ soviel wie „Leck mich, es geht Dich überhaupt nix an wie reich ich bin!“?

Ist demzufolge die Familie Schlecker möglicherweise arm wie eine Kirchenmaus? Oder die ganzen Briefkastenleute? Und solches Geschmeiß?

Vermutlich sollte man die, die behaupten, sie seien arm wie eine Kirchenmaus einmal umgehend einer intensiven Finanzprüfung unterziehen. Möglicherweise sollte Wolle Schäuble einfach einmal an alle Haushalte einen Fragebogen senden, in dem die Befragten ankreuzen können, ob sie unermesslich reich, stinkreich, wohlhabend, naja-geht so, eher arm, arm wie eine Kirchenmaus oder bitter arm sind.

Auf seine eigene Antwort wäre ich auch mal gespannt.

Seemannsgruß

Vor einigen Tagen tauchte im Zwiegespräch gelegentlich die Vokabel „Ahoi“ auf. Hierbei wurde berichtet, dass es sich bei diesem Wort um ein tschechisches Grußwort handelt, welches man sowohl bei der Begrüßung als auch zum Abschied freundlich rufen kann.

Mir selbst jedoch ist das Wort „Ahoi“ eigentlich eher als nautischer Ruf geläufig. Angesichts der Tatsache, dass Tschechien in seiner Eigenschaft als Binnenland über keinerlei Küste verfügt stellt sich mir nun natürlich die Frage, wieso ein und dieselbe Vokabel an so derartig unterschiedlichen Orten verwendet wird. Ich habe, darüber nachsinnend, eine Theorie entwickelt:

Die Tschechen blicken auf eine lange Tradition der Braukunst zurück. Entsprechend kann man den Tschechen sicherlich auch nachsagen, dass sie dem Genuss des alkoholischen Hopfengetränkes eher nicht abgeneigt sind. Daraus schlussfolgernd nehme ich an, dass mit großer Wahrscheinlichkeit gelegentlich auch der eine oder andere Vollrausch vorgekommen sein wird.

Zudem entspringt in Tschechien die Elbe und wird dort auch bereits zu einem recht stattlichen Fluss. Auf diesem kann man gut mit dem Ruderboot zum Angeln rausfahren und dabei vortrefflich Bier in sich reinschütten. Geht man nun davon aus, dass hin und wieder mal ein tschechischer Bürger beim Fischfang in ein Alkoholdelirium gefallen ist und er infolgedessen ohne es zu merken sämtliche deutschen Landen auf der Elbe durchmaß und sich schlussendlich ausgenüchtert im nudeldicken Nebel auf der Nordsee wiederfand, so ist es wahrscheinlich, dass er, verwundert über die großen Wogen und das salzige Wasser, versucht haben wird, irgendwie die Aufmerksamkeit von irgendjemandem zu wecken. Und das geht ganz gut mit „Hallo“-Rufen, auf Tschechisch eben „Ahoi“.

Und weil sich dies vermutlich recht häufig genau so abgespielt haben wird ist der Ruf „Ahoi!“ seit langem ein allgegenwärtiges Geräusch auf der Nordsee, vergleichbar mit Möwengeschrei und Wellenrauschen.

Und so kam es, dass das tschechisch Grußwort Ahoi zu einem international anerkannten nautischen Begriff geworden ist.

Ich bin mir fast sicher, dass es sich genau so zugetragen hat.

Nein, eigentlich bin ich mir sogar todsicher.

 

Dresche

Wo bislang noch ungedroschen Korn herumsteht wird der Mähdrescher in Bälde angeworfen.
Denkt man an die noch vor 100 Jahren üblichen Erntemethoden, so fallen einem eine Menge schöne Vokabeln ein, welche jetzt zunehmend in Vergessenheit geraten, eigentlich nur noch in Volksliedern und Redewendungen weiterleben. Ich meine Worte wie Dreschflegel, Garben, dengeln, Spreu etc.
Bei der modernen Ernte wird im Bauche des mähenden Mähdreschern mit der zeitgleichen Trennung der Spreu vom Korn unter Aufbringung größter Mengen an Staub und Lärm, obendrein in extrem langen Arbeitsschichten, teilweise den ganzen Tag und die ganze Nacht am Stück, alles auf einmal erledigt. Kein Knecht dengelt die Sense zum weiteren Mähen auf dem Felde, keine Magd bindet die güldenen Garben, kein Dreschflegel wird mehr geschwungen, kein gedroschenes Korn mit dem Sieb in den Wind hinaufgeworfen um die Spreu hinfortwehen zu lassen. All dies gibt es hierzulande nur noch in folkloristischer Zurschaustellung altertümlich anmutender Gepflogenheiten.
Aber wenn man sich die weitläufigen Getreidemonokulturen einmal anschaut, ich glaube kaum jemand wäre gewillt, sich dieser Flächen mit der Sense anzunehmen, geschweige denn das ganze Getreide anschließend mit dem Dreschflegel zu verhauen.

Ergänzung

Alles Gute kommt von oben.
So geht ein geflügeltes Wort.
Doch trifft dies nicht zwangsläufig immer zu.
Diese Taube, oder was auch immer dies mal für ein Vogel war, beispielsweise wird das von oben stattfindende Eintreffen des sie schlussendlich meuchelnden Falken vermutlich eher unerfreulich gefunden haben.
Auch die Bewohner von Hiroshima werden dieses geflügelte Wort wohl kaum mit dem Flugkörper „Little Boy“ verbinden.
Die Wesenheiten in der Tiefsee können die von oben herabsinkenden Giftmüllfässer, welche gerne illegal ins Meer verklappt werden, ebenfalls nicht so gut mit den oben zitierten geflügelten Worten in Einklang bringen.
„Alles Gute kommt von oben“, dieser Satz sollte nicht allein stehen dürfen, sondern müsste stets durch den Terminus „Allerhand Mist übrigens auch“ ergänzt werden.
Wobei der Satz insgesamt ohnehin vollkommener Mumpitz ist, denn das Beste überhaupt kommt ganz klar von unten: Die Kartoffel.
„Alles Gute kommt von oben“ ist hiermit also als geflügeltes Wort gescheitert und widerlegt. Der Gegenbeweis befindet sich oft genug auf meinem Teller.
Geflügelte Worte sollten ihre Flügel auch mal selbst bemühen und oben bleiben. Und wenn sie dann mal runterfallen, dann sollten sie lieber vom sie zur Strecke gebracht habenden Falken zerpflückt werden, anstatt der Welt falsche Weisheit vorzugaukeln.

Manches Gute kommt eben auch von unten.

Unterkiefer

Ein langes Wochenende naht. Ich werde mich wieder in die brandenburgische Einöde zurückziehen und mir die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Baden auch. Und Bier trinken.
Zeitweise werde ich mich dabei sicherlich unter eine Föhre packen und mir Nadeln auf’s Haupt rieseln lassen, während mich die Kienäppel von unten pieken, bei Hitze die Nüstern gebläht den aromatischen Duft des Kiefernharzes einatmen und mich sommerlich fühlen.
Fein.
Unter knackenden Kiefern ist die Welt noch in Ordnung.

Ausblick ohne Flegeleien

Heute haben wir uns ein olles Gehöft angesehen mit dem Hintergedanken des Grunderwerbs an dieser Stelle. Es handelt sich um einen über 100 Jahre alten Vierseithof im Oderbruch. Wollen wir nicht hinziehen, aber bei akutem Stadtkoller (mich periodisch heimsuchend) ist so eine Einöde schon fein. Und dann noch in Alleinlage- perfekt. Nervt einen keine Sau, außer vielleicht die Schwalben, die ins Haus fegen sobald das Fenster offen steht.
Beim Erkunden des Anwesens bin ich in die verschiedenen Nebengelasse geklettert und habe dabei allerlei altertümliches Landgerät gefunden, so auch eine alte Dreschmaschine. Sollte es mir also irgendwann in der fernen und bislang noch ungewissen Zukunft einmal widerfahren, dass ich gar güldene Garben einfahre, so werde ich, um die Spreu vom Weizen zu trennen, eine Maschine als Dreschflegelersatz zur Verfügung haben.
Ist auch besser so. Flegel und flegelhaftes Verhalten sind mir und meiner Sippschaft ja schließlich sehr fremd.

Wohlklang

Als gar lieblich empfinde ich die hier zu schauende Alliteration, obendrein mit einer Buchstabendoppelkonstellation.
Begeisterung ist gar kein Ausdruck, ich erstarre vor Ehrfurcht. Große Straßennamen sind ohnehin ein Steckenpferd meiner.
Vor einiger Zeit bin ich mit meinem holden Weibe gemeinsam auf die Idee gekommen, einmal ein ganzes Stadtviertel zu errichten und mit Straßennamen auszustatten. Als Thema für unser Stadtviertel wollten wir Wurst erwählen. Mit so klangvollen Namen wie Zungenwurstgasse, Salamiweg, Leberwurststeig, Currywurstplatz oder Grützwurstboulevard. Leider sind wir noch nicht in die Verlegenheit gekommen entsprechend großflächig stadtplanerisch tätig werden zu dürfen. Auch vermute ich, dass eventuell irgendwelche Stadtoberen der Meinung sein könnten, dass das unpassend wäre. Ende vom Lied wären dann wieder Namen wie Lindenstraße, Hauptstraße oder, mein Knüller der inspirationslosen Straßenbenennungen, Straße 48.
Wenn schon althergebrachte Straßennamen, dann doch lieber Hölle, Seitenbeutel, Oberer Fauler Pelz, Kükenschnipp oder eben auch Große Gröpelgrube.
Wie schön die Welt doch sein könnte…

Verbrecher

Im Oderbruch die Oder brach…
…verschiedentlich den Leuten das Genick-
-indem sie mittels Hochwasser allerlei weltliche Güter verschlang.
Der Schlingel.

Aargh!

Habe Schmerzen. Im Knie. Wird wohl der Schleimbeutel sein.

Das Schöne an der Sache ist eigentlich nur, dass es auf dieser Welt Dinge gibt, die so klangvolle Namen haben wie Schleimbeutel. Und ich besitze welche, und selbst jetzt, wo mir einer davon Ungemach bereitet, kann ich ihm unmöglich böse sein.

Ach. Schleimbeutel…

Urheber

Hui Buh, das Schlossgespenst, besitzt zum Spuken bekanntlich eine rostige Rasselkette. Ist diese Kette infolge der Besitzverhältnisse nun geistiges Eigentum?

Geschichten aus der Barbarenburg

Bob Barnabas, bärenstarker, behaarter, beschissen brutaler, bärtiger  Barbarenboss, betreibt bewundernswert brutale Barbarei bei Brunsbüttels bedeutsam-betuchten Biobauern. Bei Barbarin Barbaras Bierbar, berufsbedingt berühmt-berüchtigt bei brutalen Barbaren, bekleidet Bob Barnabas bemerkenswert brav beeindruckend-betörender Barbaras Bräutigamsplatz. Brutale Barbarei bei Barbaras Brauhaus bedeutet baldigen Beischlafentzug. Barnabas, brünftig, braucht beglückende Begattung bevor brutale Barbarenbeutezüge beginnen.