Fies Desease

Ich habe lange nix Blödes mehr geschrieben, wünschte dies heute zu tun und die vermaledeite Wortpresse gibt mir die Möglichkeit nicht! Verflixt! Seit einer Stunde nun schon versuche ich, das zum Wortwitz gehörige, gerade eben extra zu diesem Zweck geschossene Foto hochzuladen und das klappt nicht. WordPress vermeldet immer wieder,ein Fehler sei aufgetreten und deshalb ginge das irgendwie nicht. Welcher Art der Fehler sei und wie er zu beheben wäre ist nicht näher benannt. Kriege ich auch nicht raus. Die Fehlermeldung kann man nur wegklicken am daran befindlichen X. Dankeschön auch dafür, WordPress.

Ich bin erbost bis erzürnt, zahle ich doch immerhin Geld dafür, dass ich hier jedweden Unfug hochladen kann, der mir in den Sinn kommt. Und jetzt geht das einfach nicht! HIMMELARSCHUNDZWIRN! Was auch immer diese drei Komponenten miteinander zu tun haben sollen.

Ich werde weiter beharrlich versuchen, den Fehler davon zu überzeugen, dass es ihn nicht geben sollte, woraufhin er sich hoffentlich in Wohlgefallen auflösen wird.

Kunst

Wenn ich mich ausschließlich mit künstlich hergestellten Nahrungsmitteln mäste, die vollgestopft sind mit künstlichen Aromen und künstlichen Geschmacksverstärkern, sämtliche natürlichen Ingredienzien wurden zumindest mit Kunstdünger gezogen oder sind mit künstlichen Wachstumshormonen unter künstlichem Licht gewachsen, dann ist doch mein daraus resultierender schwammiger Leib eine Kunstfigur, oder?

Brunst

Wer kennt das nicht: Gelangweilt latscht man an einem puscheligen Waldrebengerankel vorbei und zündet nebenher einen der filigranen Clematispuschel an. Üblicherweise macht es dann, wie in einer magischen Varietéshow, „FUFF!“ und das Puschelchen ist bis auf ein  paar wenige klitzekleine Ascheflusen verschwunden.

Genau das habe ich auch mal gemacht. Ist gottlob verjährt, daher kann ich meine Warnung hier nun öffentlich kundtun: Beachtet bitte die Fülle der Flusen, bevor ihr sie mit Eurem Feuerzeug in Flammen setzt! Mir geschah einst das Folgende: Nichtsahnend und auch nichts Schlimmes erwartend zündete ich auf dem Heimweg von der Schule ein paar fuffelige Flusen an, welche an einem verwahrlosten Maschendrahtzaun am Wegesrand wuchsen. Das Waldrebengerankel hatte sich bereits bis in die Kronen der hinter dem Zaun wachsenden Weißdornsträucher hinaufgearbeitet. Zudem schien es der Pflanze an nichts zu mangeln, offenbar hatte sie im Sommer üppigst geblüht und reichlich flusige Frucht hervorgebracht. Das hatte ich aber nicht weiter beachtet, auch nicht bedacht und vor allem nicht einkalkuliert in die möglichen Folgen meines Tuns. Denn der einzelne Flusenfuffel, den anzuzünden ich beabsichtigt hatte, brannte lichterloh auf und entzündete die nächsten beiden, welche wiederum die nächsten und so weiter und so fort. Eh ich mich’s versah stand der halbe Zaun in Flammen. Ich versuchte noch, die Flammen durch wildes Draufrumhauen zu ersticken, doch wurde es dadurch möglicherweise noch schlimmer, jedenfalls hatte ich im Versuch die Flammen zu ersticken keinerlei Erfolg. Das Feuer breitete sich rasant aus, das ganze Gestrüpp war insgesamt ziemlich trocken und uraltes trockenes Laub, seit Jahren im Gebüsch gefangen, gab dem Feuer zusätzliche Nahrung.

Ich entfloh dem Ort meiner unbeabsichtigten Missetat und verhielt mich anschließend auffällig unauffällig: Ich machte meine Französisch-Hausaufgaben. Tat ich sonst nie. Beim Blick von meinem Schreibtisch aus dem Fenster musste ich dann eine gigantische schwarze Rauchsäule ertragen, welche die Sonne zu verdunkeln sich anschickte. Zu allem Überfluss verleitete mich dann mein Vater auch noch zum Gaffen, fetter Feuerwehreisatz zwei Straßen weiter, das ist doch aufregend und so. Schlimm. Glaubwürdig konnte ich mich da nicht drumrumdrücken, entsprechend musste ich an den Ort meiner unbedachten Verfehlung zurückkehren und die emsige Betriebsamkeit bestaunen, die ein einziges Funzeln mit dem Feuerzeug ausgelöst hatte. In Flammen stand ein Brennstoffhandel, in erster Linie Kohlen, doch drohten die Flammen auf einen mit Öl und Benzin bestückten Schuppen überzugreifen. Die Feuerwehrleute wirkten angespannt. Ist dann aber nicht passiert mit dem Schuppen. Personenschäden sind auch keine entstanden. Puh.

Erwischt wurde ich nie, jedoch musste ich noch ein paar Jahre auf dem Weg von der Schule nach Hause immer an diesem Zaun vorbei. Im Maschendrahtgeflecht waren noch lange die geschmolzenen Überreste verschiedener Werbeschilder aus Plastik zu sehen. Die sind eventuell teilweise sogar immer noch da. Müsste ich mal überprüfen.

Also denket bitte daran: Waldrebengerankelpuscheln nur dann anzünden, wenn man sicher ist, dass nach einem kleinen „FUFF!“ auch alles wieder vorbei ist. Es kann sonst bös enden.

Blutschande und Orthographie

Erstaunlich, dass es in Berlin eine Straße gibt, welche der zahlreichen Nachkommenschaft der Blutschande namentlich huldigt: Der Inzest-Rasse. Wobei hier natürlich anzumerken ist, dass über längere Zeit in der Familie gehaltene Gene nicht zwangsweise eine eigene Rasse hervorzubringen verspricht.

Innerfamiliäre Fortpflanzung scheint sogar offensichtlich die intellektuellen Fähigkeiten herabzusetzen, immerhin schreibt man „Rasse“ mitnichten mit ß, tat man auch noch nie, zudem ist auch die Vokabel „Inzest“ hier mit einem T zuviel ausgestattet. Gemäß den in der Grundschule erlernten Rechtschreibregeln kann man hier auch so gar keine Regeln erkennen, auf die der Straßennamensgeber sich beruft. Ein Doppelkonsonant wird benötigt, um einen kurzen Vokal davor zu erzwingen. Hierfür wird gelegentlich das TZ benötigt. In diesem Falle jedoch findet sich vor dem TZ gar kein Vokal, sondern ein Konsonant. Soll der jetzt besonders kurz gesprochen werden? Das wage ich zu bezweifeln. Der zwanghaft eingebaute Doppelkonsonant ist hier also vollkommen fehl am Platze.

Jedoch wäre ein Doppelkonsonant zwingend erforderlich im zweiten Terminus „Rasse“. Hier soll das A ja kurz und zudem das S scharf ausgesprochen werden. Das ß für die Schärfe des Zischlautes zu verwenden erscheint mir zwar einerseits durchdacht, gleichwohl ist das davor stehende A dadurch als langes A auszusprechen. So ergibt das Wort jedoch keinen Sinn mehr, Raße. Zumal ein in doppelter Form eingebautes S auch scharf auszusprechen ist. Die Vermeidung des geschichtlich negativ besetzten Doppel-S ist zwar löblich, jedoch unnötig, falsch und in diesem Wortsinn, nämlich dem Humanrassebegriff,sogar widersinnig.

Die Deutschnote für die orthographischen Verfehlungen steht im Übrigen bereits in Form einer mathematischen Gleichung schon im kleinen Schild unter dem Straßennamen..

Setzen!

Sechs!

Streitfall

Vor Kurzem habe ich im Wald zwischen Rheinsberg und Flecken Zechlin das zweifelhafte Vergnügen gehabt, von einer Waldstraße mit Tourette und Lese-Rechtschreibschwäche unflätig beschimpft worden zu sein.

Ich muss an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Wort, welches hier niederzuschreiben ich vermeide, das aber auf dem obigen Bild falsch herum geschrieben steht, unbedingt mit F zu schreiben ist!

Sieht sonst hanebüchen aus.

Meine Meinung.

Fell

Beim Familienbohei im Hause meiner Eltern letzte Woche wurden alte Kisten, Truhen und Koffer geöffnet, in welchen allerhand altes Familiengedöns drin rumliegt, wie zum Beispiel Briefe, Dokumente, Skatkarten, Wanderkarten, Fotos, Serviettenringe und altes defektes Familiensilber. Zudem noch der alte Jagdpelz meines Großvaters väterlicherseits.

Der Jagdpelz ist eine dicke, lange, annähernd lodengrüne Jacke, die innen mit Pelz ausgekleidet ist und einen Pelzkragen hat. Der Kragen ist aus einem Zobel gemacht. Zobel sind marderartige Tiere, die es diesseits des Urals mittlerweile gar nicht mehr gibt. Das Innere der Jacke ist mindestens ebenso spektakulär wie der Zobelkragen,ist sie doch mit echtem Bärenfell gefüttert. Meines Wissens hat irgendein Ahn von mir sowohl den Zobel als auch den Bären gemeuchelt und aus denen dann die Jacke gemacht. Denn früher gab es noch sowohl Zobel als auch Bär dort wo meine Ahnen lebten, im fernen Ostpreußen, heute Polen (zobelfrei), unweit von Königsberg, heute Kaliningrad, Russland,  ebenfalls unbezobelt.

Ich habe mir die schwere Joppe einmal übergeworfen und befand sie als passend für meine Körpermaße. Sie ist allerdings extrem warm. Sollten die weiteren Winter hierzulande ebenso luschig daherkommen wie die beiden letzten, so werde ich keine Verwendung mehr für die antike Tracht haben, wenn jedoch irgendwann wieder einmal Eis die Oder unschiffbar machen sollte, so sprach ich zu meinem alten Herren, dann werde ich den alten Jagdpelz aus der Truhe klauben und darin eingemummelt über Eisschollen lustwandeln. Schließlich muss der Jagdpelz ja alle paar Jahrzehnte mal wieder ausgelüftet werden.

Bedauerlicherweise haben wir aber keinerlei Papiere zu dem Jagdpelz, können also nicht beweisen, dass die Tiere nicht aus Jux und Dollerei illegal gewildert worden sind. Der Bär steht hierzulande streng unter Naturschutz und darf nicht mir nichts dir nichts zu  Jacken umgemodelt werden. Getötet werden darf er auch nur, wenn er sich bereits medienwirksam als Problembär hervorgetan und stammelnde Freistaatsministerpräsidenten gegen sich aufgebracht hat. Auch Zobel dürfen hier wohl nicht mehr bejagd werden. Wäre aber auch schwierig in Ermangelung derselben. Stehen die hier auch auf der Artenschutzliste? Keine Ahnung. Vermutlich genauso wie Koalabären und Tiefseeschwämme. Ihr Auftreten in freier Wildbahn ist hier eher unwahrscheinlich, dennoch sollte man sie deshalb nicht gleich ungestraft erwürgen oder erschießen dürfen.

Wenn ich nun also im tiefsten Frost mit kaum etwas am Leibe als dem familiären Jagdpelz irgendwo an der östlichen Peripherie der Bundesrepublik einem eingefleischten artenschutzerfahrenen Zöllner begegnen sollte, darf der  dann in Ermangelung gültiger Papiere dieses letzte Hemd mir nehmen? Ist es gar verboten, ein solches Jäckchen überhaupt zu besitzen? Muss man es anmelden? So wie alte Klaviere mit Elfenbeintasten? Oder alte Barhocker aus Elefantenfüßen? Nicht dass ich derlei besitze oder mich mit dem Gedanken an den Erwerb solcher Dinge trage, aber auf abgeschnittenen Elefantenfüßen mit Sitzpolster oben drauf habe ich in meiner Jugend tatsächlich einmal gesessen, anlässlich des Geburtstages einer Bekannten meiner Patentante bei der wir auf dem Rückweg aus dem Urlaub vorbeikamen. Der verstorbener Ehegatte dieser Dame war wohl Großwildjäger von Beruf oder in der  Freizeit. Die hatten da so ein Anwesen mitten im Wald mit Pool und einem Wintergarten mit Bar mit Elefantenfußhockern. Gruselig.

Aber zurück zum Jackenthema. Ich habe schon einmal eine alte Jacke meines Vaters getragen und erfolgreich verschlissen. Hierbei handelte es sich um einen alten Lodenmantel. In meiner Adoleszenz habe ich beschlossen, meinen Individualismus mithilfe des knie- bis wadenlangen Lodenmantels zu unterstreichen, denn so etwas trägt sonst eigentlich keiner. Als ich mich später zum Landschaftsgärtner ausbilden ließ und im Nacken des Mantels sehr zum Unmut meines Vaters eine Killerniete angebracht hatte, da sprach dann auch einmal ein Berufsschulkollege von mir folgenden wunderschönen Satz zu mir: „Dein Mantel ist eine sehr schöne Mischung aus guter deutscher Tradition und jugendlichem Aufbegehren!“.

Erst nachdem der Lodenmantel dann so fadenscheinig geworden war, dass man am Rücken, wo der Rucksack stets drüberschabte, durch den Mantel hindurch schon Zeitung lesen konnte und er entsprechend nicht mehr tragbar war, da übergab ich ihn schweren Herzens der Tonne. Ich verlangte von meinem Vater sodann einen Folgemantel. Und nicht irgendeinen, sondern einen ganz bestimmten. Dieser Folgemantel war ebenfalls ein alter Lodenmantel aus altem Familienbesitz, welcher nicht mehr getragen wurde. Er hatte aber noch eine kleine Besonderheit, nämlich auch dieser Mantel besaß einen Kragen aus Bärenfell, möglicherweise aus dem gleichen Bären gemacht, welcher auch im Jagdpelz eingenäht wurde. Mein Vater jedoch verweigerte die Herausgabe des Mantels, vermutlich weil er von Albdrücken geplagt wurde in welchen ich den schönen Bärenkragen nachlässig auf versifften Punkerlokalböden ablegte. Diese unschöne Zukunft wollte er den Bärenreliquien ersparen und versteckte das gute Stück vor dem Zugriff seines Sohnes im Kellerschrank, wo dann der Bärenkragen nebst Mantel von einer Schar Motten gefressen worden ist. Eigentor. Hätte ich auch nicht schlimmer machen können, eigentlich.

Zumindest für das gelegentliche Tragen des Jagdpelzes zum Auslüften desselben habe ich den Segen meines Vaters bekommen.

Zum Abschluss noch die extrem wichtige Frage, welche sich in meinem Geiste manifstierte während der Niederschrift des Eintrags:

Kann man Schwämme eigentlich überhaupt erwürgen? Wo die doch gar keinen Hals haben?

Mal Spongebob fragen.

 

Mons Pubis

Belustigt hatte ich gerade wieder meine alte elektrische Heckenschere in der Hand und las den verwirrenden Firmennamen darauf. Wie oft wird es wohl vorgekommen sein, dass ein Exemplar dieses Gartengerätes fälschlicherweise als Untensil für die Intimfrisurmodifizierung verwendet worden ist?

Ich will es lieber gar nicht wissen.

Schauder…

Fies

Ich wurde geschröpft. Von Parkplatzlagerern. Mit Lizenz.

Einer bösartigen Geschwulst gleich vermehren sich Schilder auf Supermarktparkplätzen, bei denen neuerdings das Einlegen der Parkscheibe eingefordert wird. Tut man dies nicht, so macht man sich eines Vertragsbruchs schuldig und muss soviel Geld berappen, wie man sonst zu zahlen hätte, wenn man in der Rettungsauffahrt des Krankenhauses parkt.

Die Firma, welche ihre Parkplatzlagerer am Parkplatz anlagert, kommt aus Düsseldorf oder so und heißt FairParken. Das gemahnt mich an die andere fiese Firma, die einem das Leben schwer macht, nämlich an Autobahnraststätten: SaniFair. Da muss man Geld bezahlen für die Verrichtung seiner Notdurft, und die namensgebende Fairness gebietet es da der Firma, einen Teil der Klokosten zu erstatten, wenn man den SaniFairBon an der Kasse als Geldmittel für unfassbar überteuertes Süßzeug oder überlagerte kalte Bockwurst oder miesen Kaffee einsetzt.

Nicht, dass man mich falsch versteht und mich der ADAC jetzt schnell mal als Pressesprecher einsetzt, damit ich wieder die alte und eklige „Milchkühe-der-Nation“-Tirade reanimiere, ich empfinde es durchaus als richtig und gut, wenn man Autofahrer zur Kasse bittet. Immerhin braucht der Autofahrer unfassbar viel Platz für fahren und parken, stinkt und lärmt und ist scheißgefährlich für sich und andere, und all dies vornehmlich für die eigene Bequemlichkeit.

Mir ist aufgefallen, dass das Wörtchen „Fair“ irgendwie in den letzten Jahren einen dramatischen Bedeutungswandel erfahren hat. Fairness scheint jetzt vom Altruismus entkoppelt worden zu sein und dafür künftig mit zu erwartendem Profit verknüpft. Das wirft Frage auf zum Sport: Wie war das gleich mit FairPlay? Könnte man da nicht auch eine Art Firma aufmachen? Beziehungsweise, müssten nicht künftig FairPlay praktizierende Spieler künftig zusätzlich entlohnt werden? Ist man dann ganz besonders fair, wenn man besonders viel Geld eingeheimst hat? Macht das eventuell die am Pranger stehenden Fifa-Funktionäre zu besonders fairen Leuten? Hat womöglich gar die Fifa den ungeheuren Bedeutungswandel der Fairness selbst gewinnbringend eingeläutet? Verdient vielleicht Kaiser Franz Beckenbauer an den beschriebenen Firmen mit? Um andere faire Funktionäre mit fair verdientem Geld zu fairen Entscheidungen zu bringen?

Fragen über Fragen.

Ach.

Ich werde dann mal meinen Deckel begleichen, der aufgrund des unfairen Vertragsbruches auf mich zugekommen ist. Mehr raschelnd als klimpernd.

 

Was Sie schon immer über Homeland wissen wollten…

Habe gerade gelernt, dass man als Statist bei Film und Fernsehen keinen Mindestlohn bezahlt bekommt. Da wird irgendwie getrickst mit Honorar und solchen Sachen, und deswegen geht das irgendwie. Wie man aus meinem Text deutlich herauslesen kann, handelt es sich beim von mir frisch erworbenen Wissen lediglich um Halbwissen aus dritter Hand, will sagen ich hörte davon von der Partnerin eines „Homeland“-Statisten. Auch in deutscher Fernsehproduktion im öffentlich-rechtlichen wird dieser Statist (Name der Redaktion bekannt) zu sehen sein, ebenfalls unterbezahlt.
Lustig dabei ist, dass mittels Trickserei offenbar (Vorsicht: Halbwissen!) gerade so erwirkt wird, dass der Mindestlohn knapp unterboten wird (Obacht: Hörensagen). Der rechtlich bewanderte Trickser hingegen wird sicherlich eine Stundensatz deutlich über dem Mindestlohn beziehen und sicherlich einen Haufen Stunden abgerechnet haben für die Trickserei. Sollte er nun auch noch irgendwie geschludert haben, dann Gute Nacht, Marie! Dann hat man dem Trickser nämlich zuviel Geld für Nüscht bezahlt, muss zudem auch noch die Statisten nachträglich fertig bezahlen und obendrauf auch noch Gerichtskosten und Strafgelder abdrücken wegen illegalen Unterschreitens des Mindestlohnes, und dann heben die wieder die GEZ-Gebühren an und stellen neue GEZ-Geldeintreiber-Verbrecher ein, welche auch wieder kosten und die Syndikate hinter den Verbrechern treiben die Preise nach oben und sio weiter und so fort und dann aber hallo Überwachungsstaat und Todesschwadronen und AAAARGGHH!!—Hilfe!!!—Herzkasper! (Achtung: Übertreibung!)

Verbrannte Erde

In aller Regelmäßigkeit ärgere ich mich über mich selbst, wie auch über einen Haufen weiterer Leute, welche unsere Kultur mit Füßen treten. Obwohl, eigentlich tun wir ja genau dies nicht, mit Füßen treten, denn weil wir die Benutzung unserer Füße auf ein Minimum beschränken wollen, nehmen wir das Sterben einer großen kulturellen Errungenschaft unseres Landes in Kauf: Das Bäckerhandwerk.
Ich habe heute, weil ich da sowieso gerade war, im Supermarkt ein paar vermeintlich frisch gebackene Brötchen gekauft. So musste ich nicht mehr den Umweg zu meiner Lieblingsbäckerei machen, die die mir verschiedene Brote hätte verkaufen können, Brote, die auch morgen oder sogar übermorgen noch nicht versteinert wären, sondern noch schmeckten. So habe ich lieber blödes aufgewärmtes Industriebackwerk erstanden.
Weil ich das gerade gemacht habe treibe ich meiner zuverlässigen, fleißigen und vor allem fähigen Bäckerin Sorgenfalten in ihr Gesicht, denn es fehlt ihr mein Umsatz. Blöd. Edeka braucht die paar Kröten nicht zum Überleben, die kleine Bäckerei aber vielleicht schon.
Wir haben das schon an anderer Stelle beobachten können: Wo sind beispielsweise die Fischläden hin? Kennt irgendwer noch einen Fischladen? Fisch gibt es nur noch direkt am Meer, manchmal noch an Orten mit hohem Touristenaufkommen mit direktem Wasserbezug, aber in Berlin gibt es kaum noch welche. Genau wie Käseläden. Kommt alles aus dem Supermarkt heutzutage. Auch Eisenwarenläden gibt es nicht mehr, möchte man Eisenwaren haben, so muss der ätzende Baumarkt her. Da sind auch die Zoohandlungen drin.
Derzeit sterben die Fachfleischer aus, Fleisch und Wurst kommt in Plastikmassen abgepackt aus dem Supermarkt. Und die Bäckereien sterben auch gerade. Klar, man kann Backwaren an jeder Ecke in den sogenannten Bäckereien kaufen, die ohne Backstube täglich fünfhundertmal frisch backen. Aber auch das ist doch nichts anderes mehr als das, was im Frischbackautomaten beim Aldi Süd passiert und was derzeit mit viel zu wenig Aufsehen gerichtlich verhandelt wird: Da werden uralte, haltbar gemachte Brot- und Brötchenrohlinge aus der Fabrik mal flink warmgemacht. Das ist wie Tütensuppenaufwärmen als Kochen zu bezeichnen. Komm, wir kochen uns mal was schönes, ein frischgekochtes Heiße-Hexe-Menu. Lecker und romantisch. Hilfe!
Dabei ist unsere Brotkultur eine ganz fantastische! Es gibt eine immense Brotvielfalt, jede Menge Brotformen, -farben und -zutaten, verschiedene Teigarten und weiß der Teufel was sonst noch! Aber nein, billig muss es sein und vor allen Dingen muss es ganz schnell gehen, ich gehe mal zum Kaufland, da kriege ich auch mein Brot und die Weihnachtsgeschenke kaufe ich da auch und einen neuen Fernseher nebst Draufstellmöbel gleich noch mit!
Alle schwärmen immer von Frankreich, der dortigen Küche und dem Baguette. Schmeckt ja auch ganz gut, aber nach einer Woche Baguette hat man einen wunden Gaumen und keinen Bock mehr auf das Weißbrotgelumpe, man wünscht sich ein Grau- bis Schwarzbrot, ein Vollkornbrot, ein Sauerteigbrot oder irgendetwas solches. Und wenn man dann aus dem Frankreichurlaub nach Hause kommt, dann hat gerade der letzte echte Bäcker seine Pforten für immer verrammelt und man kann nur noch einen vor einem Dreivierteljahr in Ostchina industriell hergestelltes und hier aufgewärmtes sogenanntes Brot erstehen, welches schon im Bäckereiregal vollkommen vertrocknet ist und dem jeglicher Charakter fehlt. Dann ist es passiert, dann ist das Bäckereihandwerk gestorben und etwas, um das die Welt uns beneidete ohne es jemals laut gesagt zu haben ist verschwunden, weil wir alle zu faul waren einmal kurz noch um die Ecke zum Bäcker zu gehen.
Stumpfen Blickes werden wir uns später manchmal noch dabei ertappen, wie wir mit dem Wunsch nach Brotgeschmack um die Ecke schlurfen, und mit laufendem Speichel erblicken wir dort, wo einst eine Traditionsbäckerei stand nur noch einen seelenlosen Handyladen erblicken. Durch unser kurzsichtiges Konsumverhalten hinterlassen wir nur verbrannte Erde!
Traurige Welt, die uns erwartet.

Schauder….

Nie

Wettergott will ich nicht sein.

Wer mit Kritik nicht umgehen kann, der werde niemals, und ich wiederhole: NIEMALS! Wettergott. Zum Glück gibt es nicht so unendlich viele Stellen als Wettergott zu besetzen, auch habe ich den Beruf des Wettergottes bislang noch nirgendwo als Ausbildungsberuf oder Studienabschluss gefunden. Entsprechend werden Wettergötter auch eher rar sein und die Dichte der dünnhäutigen Wettergötter entsprechend.
Das ist gut.
Warum?
Man stelle sich vor, man ist Müllmann. Da gibt es eigentlich nur dann schlechte Laune allerorten, wenn man seine Arbeit einstellt. Dann fängt es nämlich an zu stinken. Macht man aber seine Arbeit, dann sind die Leute froh weil der Müll weg ist.
Macht man hingegen als Wettergott seinen Job, dann gibt es Wetter. Und es ist völlig egal, was für Wetter man als Wettergott macht, es gibt IMMER einen Haufen Leute, die was zu meckern haben. Scheint die Sonne wird gemault weil alles so trocken ist und so heiß und die Pollen usw. usf.! Regnet es wird geschimpft weil alles nass und modderig und eklig ist. Hört es dann wieder auf zu regnen, dann war es wieder nicht genug. Regnet es weiter, dann bekommt man Depressionen wegen zu wenig Licht und was das denn überhaupt soll mit dem Regen und ÄÄÄH und BÄÄÄH. Steigt die Temperatur ist es zu heiß. Ist es aber nur zwanzig Grad warm ist es zu kalt. Ist es im November zwanzig Grad warm ist da auch falsch weil es soll ja Schnee liegen. Liegt dann Schnee, dann ist es zu glatt. Taut der Schnee dann wieder ist das auch Scheiße weil man dann so schlecht Schlitten fahren kann. Und überhaupt!

Zu heiß.
Zu trocken.
Zu nass.
Zu kalt.
Zu windig.
Zu schwül.
Zu dies und zu das.

Bei meiner derzeitigen Arbeit habe ich es mit Leuten zu tun, die im Finden von Ausreden warum sie denn gerade nichts machen können meisterhaft kreativ sind. Und die schieben in vielen Fällen das Wetter vor. Es ist erstaunlich, wie viele Leute da wetterfühlig sind! Man hat gelegentlich den Eindruck, die Leute seien betrübt darüber, dass sie keine Kriegsverletzungen haben, welche ziehen und schmerzen könnten bei sich ankündigendem Wetterwechsel.
Das allgemeine unzufriedene Gemurre über das Wetter ist meistens auf größere Gruppen verteilt, will sagen viele Leute sind zumindest temporär mit dem Wetter im Reinen. Die finden wenigstens die Hälfte der möglichen Witterungen gut. Nicht so bei meinem Klientel. Ich bin vielfach erstaunt darüber, dass die Leute, denen es im Winter zu kalt und zu feucht war mir bei Sonnenschein eröffnen, dass sie Hitze und Sonnenschein nicht vertragen und die Pollenbelastung ihnen zu schaffen macht, nur um mich bei der derzeitigen Wetterlage darüber aufzuklären, dass sie von Regengebieten Kopfschmerzen bekommen. Übermorgen hört der Regen auf. Dann zieht vermutlich das Knie und die Haut wird wegen mangelnder Flüssigkeitszufuhr von außen rissig. Und wenn Wolken sind, dann kann man wegen akuter Finsternis nix sehen und wenn die Wolken verschwinden verdunsten die Augen und wenn es windig ist hört man nichts und dies und jenes und vor allem auch noch das!
Schlimm.

Zu heiß.
Zu trocken.
Zu nass.
Zu kalt.
Zu windig.
Zu schwül.
Zu dies und zu das.

Wettergott will ich nicht sein.

Ums Verrecken nicht!

Noch mehr Huf

Gerade ist mir noch einmal aufgefallen, was mir schon in den letzten Sommern auffiel:
Hierzulande stehen kaum noch Nutztiere auf der Weide herum. Ich glaube mich erinnern zu können, dass in meiner Kindheit stets und ständig Weiden von Kühen beweidet worden sind. Das ist nicht mehr in diesem Maße der Fall. Weiden werden heute irgendwie eher maschinell beweidet und das Nutzvieh steht unter Dach herum.
Sicher, es gibt noch ein paar Bereiche, wo man Kühen begegnen kann, so beispielsweise auf der Alm, Schafe findet man auf dem Deich und so weiter. Aber dazwischen? Nüschte.
Schweine waren ja schon immer eher im Stall. Das war schon früher was Besonderes, wenn man eines Schweines Antlitz im Tageslicht erspähen durfte. Die Optik eines Schweines kannte man vielfach als Kind nur von Marzipanglücksschweinen, Sparschweinen und aus dem Kinderbuch über den Bauernhof. Etliche Kinder konnten echte Schweine gar nicht als solche erkennen, weil sie gar nicht die Farbe einer Barbie-Prinzessin haben, welche man ihnen fälschlicherweise zuschreibt.
Schweine haben aber immerhin ein Problem mit ihren pelzlosen Haut. Die verbrennt, wenn sie zu lange in der Sonne rumliegen. Und der Aufwand, den man betreiben müsste, wenn man jeden Morgen alle Schweine mit Sonnenmilch…nicht auszudenken. Aber verbrennen jetzt auch Kühe? Wohl kaum.
Der einzige Grund ist der, dass es irgendwie kostengünstiger ist, Kühe festgebunden im Stall zu halten und mit Soja aus Regenwaldanbau zu füttern anstatt sie auf die Wiese neben dem Hof zu stellen, wo sie sich alleine füttern und gleichzeitig ihre eigene Weide düngen. Hängt vermutlich damit zusammen, dass man die Melkmaschine so viel schneller an die Zitzen pfropfen kann.
Die Franzosen haben da irgendwie eine ganz andere Sichtweise auf ihre Milch und ihren Käse. Da soll nur was Gutes rein und deshalb muss die Milch auch wegen der Aromen von bestimmten Wiesen gespeist ins Euter kommen. Entsprechend leben auf Frankreichs Weiden jede Menge Kühe unter freiem Himmel. Sollten wir vielleicht auch mal wieder hin.
Futtersojaanbau ist nämlich etwas abgrundtief Böses.
Herrscher der Hölle, dein Name ist Futtersoja!