Fehlkonstruktion

Atze Adebar schmeißt angeblich häufiger mal kleine Wesen der Gattung Homo sapiens durch irgendwelche Schornsteine, auf dass sie wachsen und gedeihen. Doch ist er sich vermutlich nicht vollkommen darüber im Klaren, dass die von ihm angeschleppten kleinen Geschöpfe teilweise völlig falsch konstruiert sind:

Der aufrechte Gang zum Beispiel. Er ist zweifelsohne ein Segen für den Menschen, denn er hat, während er sich fortbewegt, gleichzeitig noch zwei Gliedmaßen frei für den Werkzeuggebrauch. Großer Vorteil gegenüber anderen Lebewesen. Aber die Wirbelsäule ist hierbei irgendwie als Bauteil noch nicht ganz optimal, sie ist zu schwach um große Lasten sinnvoll zu bewegen, hat eine Art Sollbruchstelle unterhalb des Brustkorbes. Vielleicht ist auch einfach die Stelle, an der die Arme angebracht sind doof, möglicherweise hätten diese an der Hüfte sitzen sollen. Dann würde die Last, die die Arme zu tragen imstande sind, nicht so auf die Wirbelsäule wirken. Alles in Allem ist die Skelettkonstruktion für den aufrechten Gang noch optimierbar.
Dann die Sache mit den Zähnen: Es ist vollkommener Unfug, dass in den Zähnen Nerven sitzen. Die machen doch nur Scherereien! Sobald ein Zahn angegriffen ist fängt er an, wie blöd wehzutun und man kann da gar nichts gegen machen. Entzündet sich der Zeh, dann kann man da dran rumpulen und ihn ein paar Tage schonen, dann ist alles wieder gut. Beim Zahn ist das nicht so einfach. Der schmerzt dann dermaßen, dass man nichts mehr machen, keinen klaren Gedanken fassen und nicht mehr schlafen kann, zudem verleitet er einen gelegentlich zu lauten Schmerzäußerungen, was dann eventuelle Fressfeinde auf den geschwächten Gesamtorganismus aufmerksam macht. Und am Zustand des Zahnes kann man eigentlich auch nichts ändern. Toll. Todesursache Karies. Herzlichen Glückwunsch. Da hat sich der Schöpfer aber auch etwas ganz besonders Blödes einfallen lassen! Und dann den Menschen zu allem Überfluss auch noch mit einem Jieper nach Zucker ausgestattet. Fiesling!
Von der Behaarung könnte man auch noch Lieder singen. Eigentlich ist ein Fell ja ganz gut, hat man doch damit etwas am Leib, was helfen könnte, die Temperatur gleichmäßig zu regulieren und gefährliche Sonneneinstrahlung von der Haut fernzuhalten. Aber der Mensch ist größtenteils nackt. Das einzige weitere wilde Säugetier, welches nackt ist, das ist der Nacktmull, eine ausgesprochen hässliche Kreatur, welche aber die direkte Sonneneinstrahlung erfolgreich meidet, indem es seine groteske Hässlichkeit zeitlebens unter der Erde verbirgt. Der Mensch hat noch ein wenig insulares Fell behalten. Dieses sitzt auf dem Kopf, unter den Armen und im Schritt. Das Haupthaar hat durchaus Sinn, vermag es doch immerhin die Schädelplatte mit dem direkt darunter befindlichen Gehirn vor Sonnenstrahlung zu schützen. Doch gerade diese Haaransammlung ist gerne störanfällig. Besonders beim Manne neigt das Haar auf dem Kopf dazu, sich zurückzuziehen und diesen exponierten Körperteil ungeschützt zu lassen. Stattdessen bekommt man dann Arschhaar, und wo da der Sinn drin liegen soll weiß ich nun wirklich nicht!
Lieber Storch, geh mal dahin, wo Du die Ware abholst und informiere dort über die Fehler, auf dass die nächsten Generationen optimiert werden.

Schwein

Glück ist ein extrem ungleich verteiltes Gut.
Das ist sehr ungerecht.
Ich bin insgesamt ziemlich gut weggekommen.
Das ist für mich sehr angenehm.
Manchmal bin ich darüber ein wenig beschämt.
Immer jedoch bin ich sehr dankbar.

Ich bin ohne Krieg in einem reichen Land aufgewachsen.
Ich hatte eine behütete und glückliche Kindheit.
Ich hatte nie Probleme, Freunde zu finden.
Ich hatte keine nennenswerten Probleme in der Schule.
Mein toller Beruf ist mir zugelaufen.
Kinder kriegen war kein Problem.
Meine Kinder sind kerngesund.
Ich habe ein tolle Familie.
Ich leide keinen Hunger.
Ich habe ein Dach über dem Kopf.

Viele Menschen haben manches oder sogar alles davon nicht.
Wie gesagt, Glück ist sehr ungleich verteilt, ich habe eine Schippe mehr davon bekommen.
Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.