Rache

Dereinst werden die Bäume die Herrschaft über die Welt wieder übernehmen. Selbst die weichesten unter ihnen, wie in diesem Fall die Pappel, beißen beherzt in Mauern und knabbern munter weiter, obgleich ihnen die Krone weggesägt wird.

Ach ja. Pappeln. Wie viel Leben steckt doch in denen.

Sägen wir sie ab, weil ihre Wurzeln den Straßenbelag anheben, so werden alle Wurzelteile wüst austreiben und schwuppdiwupp einen Wald auf der Straße entstehen lassen.

Unbeugsam machen sie das, was sie wollen. Und sterben erst nach einigem Widerstand.

Und bald ist es auch wieder soweit, bald werden wir alle wieder von der Pappel genervt werden, weil sie uns einen Winter vorgaukelt wo keiner mehr ist. Anfang Mai sind die Straßen wieder voll von schneeähnlichen Pappelflusen, sie kitzeln in der Nase und verstopfen unsere Luftfilter. Alle Jahre wieder.

Das ist die Rache der Pappel dafür, dass wir sie zu Papier zermanschen, zu Streichhölzern aufspalten und als Biogasrohmasse zu Energie umwandeln, mit welcher sie dann schlussendlich selbst ihre Nachkommen zu Zahnstochern machen.

Dörrobst

Wir werden alle verdorren! Die Strafe für unser sündiges Treiben! Hilfe!

Also zumindest unser aller Augen werden verdorren!

Wohl dem, der unter Tage arbeitet oder das Glück hat, in einem feuchten und schimmligen Folterkeller gefangen gehalten zu werden!

Dies ist es, was ich heute der Presse, dem Internet und dem Radio entnehme. Ungefähr die Hälfte der Deutschen dürfte heute erblinden, weil sie keine Spezialbrille haben gegen die Sonnenfinsternis. So war es ja auch schon 1999. Da gab es schon einmal eine Sonnenfinsternis und -Bums!- kaum neun Jahre später gab es dann auch die Weltwirtschaftskrise. Gibt es da einen Zusammenhang? Vermutlich sind die Leistungsträger der Gesellschaft infolge der letzten Sonnenfinsternis durch schlimme Augenverletzungen derart beeinträchtigt gewesen, dass die Wirtschaftswelt nach neun Jahren all ihre Reserven aufgezehrt hatte und zusammenbrach.

Die jetzige Sonnenfinsternis ist entsprechend, obschon nur partiell, wesentlich schlimmer für die Wirtschaft, weil noch keine neuen Reserven aufgebaut worden sind. Und dann noch die faulen Südeuropäer und die Stinkefingergriechen….

Schlimm.

Hilfe.

Mein Gott! Es werden wohl nur bucklig zu Boden blickende Nutzgartenbesitzer die kommenden Jahre überstehen! Nun denn, schnell noch ein Testament geschrieben, in Blindenschrift versteht sich, und die Kinder in den Kohlenkeller gesperrt, damit das Erbe noch jemanden erreicht, der es auch angucken kann.

Wir sehen uns.

Oder?

Aargh!

Habe Schmerzen. Im Knie. Wird wohl der Schleimbeutel sein.

Das Schöne an der Sache ist eigentlich nur, dass es auf dieser Welt Dinge gibt, die so klangvolle Namen haben wie Schleimbeutel. Und ich besitze welche, und selbst jetzt, wo mir einer davon Ungemach bereitet, kann ich ihm unmöglich böse sein.

Ach. Schleimbeutel…

Holzwurm

Hier ist der Beweis: Der gemeine Holzwurm wächst am Baum. Im Jungstadium ist er noch ausgestattet mit einer großen krummen Nase wie Gonzo aus der Muppet-Show und einer Reihe Scheinaugen, wie man sie auch beim blutsaugenden Fisch Neunauge findet.

Ist das Neunauge eventuell ein Wesen, dass an Bäumen wächst, bevor es sein gruseliges Tun im Wasser verrichtet? Ist das auch die Erklärung, warum es schwimmen kann? Wegen Holz? Und wachsen demzufolge eventuell alle Fische am Baum?

Dies alles sind Fragen, die mir nur Charles Darwin beantworten können wird. Und an den ist schwer rankommen. Kennt jemand ein gutes Medium? Zur Kontaktaufnahme ins Jenseits zur Klärung wissenschaftlich-philosophischer Fragen zu spontanen, schlecht fundierten und völlig absurden Biologie-Theorien?

Nein?

Macht eigentlich auch nichts.

Deliziös

Was erwartet einen, wenn man hier einkehrt? Wird man hungrig, wenn man satt reingeht? Bekommt man barbarischen Hunger, während man die Lieferung der Speisen sehnsüchtig erwartet? Geht man hungrig wieder raus? Oder ist Hunger der Name des Kochs? Wenn letzteres der Fall ist, dann ist es definitiv ein MUSS für jeden Gourmet sich durch die Speisekarte zu fressen, denn eine alte Volksweisheit besagt Folgendes:

Hunger ist der beste Koch.

Haps

Letztens irgendwann vermeldete die Zeitung, dass der gefährliche Widersacher von James Bond, allgemein unter dem Namen Beißer bekannt, verstorben sei. Oder wenigstens der Schauspieler. Stimmt aber gar nicht, weil habe ich getroffen! Es geht ihm gut, und, wie man seinem zufriedenen Gesichtsausdruck entnehmen kann, ist er allgemein guter Dinge.

Vermaledeite Lügenpresse™!

Ich wünsche Guten Appetit beim Beißen von Daniel Craig.

Knabber.

Puzzle

Vor ein paar Tagen habe ich eine frisch gefällte Robinie gefunden. Die Scheiben sahen aus wie Puzzleteile. Sehr hübsch, das. Als könnte man den toten Baum wieder zusammenbauen.

Hierbei musste ich an einen kleinen Film denken, den ich, ich war noch sehr sehr jung, im Fernsehen sah. Es war die Sendung mit der Maus, glaube ich, und da wurde das Fällen und Zerlegen eines Baumes gezeigt. Nachdem die Baumzerlegearbeiten vonstatten gegangen waren wurde der Baum wieder zusammengesetzt. Bis er wieder so dastand wie vorher. Jeder Schnitt wurde umgekehrt erneut durchgeführt und der Baum erwachte zu neuem Leben. Und ich war fest davon überzeugt, dass das wirklich geht! Ich glaubte, ich wäre Augenzeuge der Arbeit einer Dransäge geworden.

Es dauerte noch lange bis mir die manipulativen Fähigkeiten des Fernsehens bewusst wurden. Dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, Dinge rückwärts zu zeigen, ich konnte mir das in meinen kühnsten Träumen nicht denken! Bis ich dies herausgefunden hatte ging ich immer davon aus, dass das Absägen eines Baumes reversibel sei. Ich war nur verwundert, dass niemand einen Baum wieder mit seiner Säge zusammenfügte während ich zusah.

Kleine Kinder sind doch tatsächlich sehr dumm.

Und es geht ihnen tatsächlich auch sehr gut damit.

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Kicher.