Smog

Gerade habe ich mir Gedanken gemacht. Über die Welt, die Zeit, die Menschheit, den Fortschritt.

Ja, der Fortschritt. Man mag ja sagen was man will, alles wird immer doller, alles wird immer schicker, alles wird immer dicker etc. Stimmt im Großen und Ganzen ja auch. Ist doof, das. Die Industrie macht sich überall breit, Landschaften verschwinden und/oder werden mit Solarparks, Kaufparks, Windparks, Wohnparks und ebendiese verbindende Autobahnen versiegelt und nachhaltig zugelärmt, damit sie ja nicht mehr erlebbar sind. Und jeder Haushalt hat ein Dutzend Autos. Wenn heutzutage neu gebaut wird, dann ist die überbaute Fläche je Auto mittlerweile größer als die für die im Gebäude wohnenden Menschen. Und zum Einkaufen fliegt man heutzutage mit dem Billigflieger nach New York oder Mailand. Oder von Leipzig nach Berlin. Und wenn man das nicht macht, dann bestellt man sich was im Internet. Die Straßen sind voll von Lieferwagen angefüllt mit Paketen, in welchen jeder sich seine Nagelfeile liefern lässt anstatt zum Laden an der Ecke zu gehen. Support your Kiez war gestern.

Schlimm, das.

Aber der Fortschritt hat doch auch sein Gutes: Obgleich die Anzahl der Autos stetig wächst, jeder immer mehr elektrische Gerätschaften besitzt, die zu allem Überfluss auch noch rund um die Uhr am Laufen sein müssen, es gibt immer weniger Lärm und immer weniger Dreck in der Luft. Die Autos werden immer leiser und stinken weniger. Die Industrieabgase werden gefiltert und der Müll nicht mehr einfach angezündet.

Vor nicht mal dreißig Jahren gab es stets im Winter einige Tage SMOG-Alarm, teilweise mit Schulfrei bis nach der Rush-Hour und der Maßgabe Fenster und Türen geschlossen zu halten und das Haus nur im äußersten Notfall zu verlassen, am Besten mit Gasmaske mit Aktivkohlefilter. Das gibt es heutzutage gar nicht mehr.

Jedenfalls nicht hier. Man bekommt hier die Vokabel SMOG nur noch aus den Nachrichten zu hören, wenn an exotischen Orten wie Peking oder Buenos Aires (hihi) die Luft dick wird wie Griesbrei.

Es geht alles besser. Wesentlich besser. Aber auch schlimmer.

Hatten wir schonmal.

Der eingeschlagene Weg ist in kleinen Teilen schon relativ mittelgut.

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